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kathweb Nachrichten .:. Katholische Presseagentur Österreich
Wien-Kiew, 12.03.2010 (KAP) Die junge Gemeinschaft der griechisch-katholischen Franziskaner in der Ukraine wird in Kürze in der Stadt Solotschiw ihre 5. Niederlassung eröffnen und dort u.a. eine Armenküche und ein Alkoholsucht-Zentrum führen. Das berichtete der Leiter der "Franziskaner-Fundation Ukraine", P. Jan Kanty, in einem "Kathpress"-Gespräch am Freitag in Wien. "Wir erhalten Anfragen aus vielen Städten, aber uns fehlen die Mittel zum Bau von Pfarrzentren", so Kanty. Auch das Problem der Prostitution und des Frauenhandels werde in der Pastoral- und Sozialarbeit des Ordens angegangen, hob er hervor.
Kantys "Fundation" - eine Vorstufe für eine eigene Ordensprovinz - zählt insgesamt 23 Ordensmitglieder. Zentrum ist Ternopil, wo die Franziskaner 1994 starteten und eine große Pfarre leiten. Mit finanzieller Hilfe des in Wien angesiedelten Hilfswerks "FranzHilf! Franziskaner für Mittel- und Osteuropa" leisten die Patres auch Sozialarbeit insbesondere für verwahrloste Kinder und Jugendliche.
Schüler kollabieren vor Hunger
Die soziale Lage in der Westukraine sei "sehr trist", so Kanty. Fast alle großen Betriebe hätten seit dem Ende der Sowjetunion 1991 zugesperrt. Die Arbeitslosigkeit liege bei 40 Prozent. Eine große Zahl der jüngeren Männer gehe auf Jobsuche nach Russland, die Frauen wiederum wollten in den Westen, vor allem nach Italien, wo sie als Pflegerinnen arbeiten. Die Kinder blieben bei Großeltern oder Verwandten zurück. Viele verwahrlosten; in der Schule kollabierten sie, weil sei zu wenig zu essen bekämen.
Ein totales "Tabuthema" in den Familien und den Medien sei in der Westukraine das Faktum, dass viele junge Frauen auch Opfer des Frauenhandels würden. Die Franziskaner hätten deshalb diesbezüglich eine Informationskampagne gestartet, berichtete der Ordenobere.
In der 250.000 Einwohner zählenden Stadt Ternopil widmete P. Kanty einen großen Teil des Pfarrhauses zu einem Schülerhort um. Aufgenommen werden verwahrloste und vernachlässigte Kinder und Jugendliche. Sie bekommen aus Mitteln von "FranzHilf!" nicht nur Mahlzeiten, sondern auch Lernhilfe und medizinische Betreuung. Für die Ausweitung auf 60 Schüler müssen jetzt neue Räume adaptiert und deren laufender Betrieb finanziert werden.
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